Kategorien
Allgemein

Positionspapier: Reformierung des Bildungsföderalismus und Auflockerung des Kooperationsverbotes

Positionspapier der Bundesfachschaftenkonferenz der Wirtschaftswissenschaften

Bundesfachschaftenkonferenz der Wirtschaftswissenschaften www.bufak-wiwi.org

Reformierung des Bildungsföderalismus und Auflockerung des Kooperationsverbots

Die BuFaK WiWi begrüßt die Bestrebungen der Bundesregierung, eine Reformierung des Bildungsföderalismus in Angriff zu nehmen. Eine Lockerung des Kooperationsverbots ist ein lange überfälliger Schritt, um Bildung in Deutschland zu fördern und eine führende Position im internationalen Vergleich einzunehmen und zu behaupten.

Die BuFaK WiWi ist der Meinung, dass eine Zusammenarbeit von Bund und Ländern dabei nicht nur auf die Investition des Bundes in die Sanierung von maroden Gebäuden und Infrastruktur beschränkt sein sollte. Vielmehr muss es zur dauerhaften Aufgabe der Bundesregierung werden, nationale Bildungsstandards zu schaffen und die Chancengleichheit im deutschen Hochschulsystem zu garantieren.

Dafür ist aus Sicht der BuFaK WiWi eine nationale Strategie zur Verbesserung der Bildung in Deutschland (von der frühkindlichen Förderung bis hin zur nebenberuflichen Weiterbildung im Sinne des lebenslangen Lernens) notwendig, an deren Umsetzung Bund und Länder gemeinsam arbeiten. Investitionen in die Allgemeinheit des Personals, Fortbildung und Inventar (Zukunftstechnologien/digitales Lernen) über die Instandhaltung der Immobilien hinaus müssen ermöglicht werden. Fortschrittliche Bildungsstandorte dürfen dabei jedoch nicht benachteiligt werden.

Es kann weiterhin nicht zielführend sein, dass die finanzielle Situation einer Hochschule von der wirtschaftlichen Stärke eines Bundeslandes abhängig ist. Eine solide Grundfinanzierung muss davon unabhängig sichergestellt werden. Eine vollständige Abschaffung des Kooperationsverbots ist auf Grund der historischen Gründe, wegen denen es eingeführt wurde, nicht anzustreben, um die Souveränität der Länder in Bildungsangelegenheiten zu wahren und eine zu starke inhaltliche Einflussnahme des Bundes zu verhindern.

Deutschland sollte das gemeinsame Ziel verfolgen, ein weltweit führender Bildungsstandort zu sein und sich in der internationalen Konkurrenz mit Staaten wie China, USA, Indien oder dem Rest der EU sehen und nicht auf Grund von internen Unstimmigkeiten das eigene Potenzial unausgeschöpft lassen und die Entwicklung bremsen.

Ein weiterer begrüßenswerter Effekt ist die Verbesserung der Chancengleichheit von Schüler:innen und Studierenden unterschiedlicher Bundesländer sowie die Vergleichbarkeit der Lehre.